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Work, Life & Balance in Unternehmen

7 Tipps, um Eltern den Wiedereinstieg in den Job zu erleichtern

 

Eine Unternehmenskultur, die Rücksicht auf die Bedürfnisse frischgebackener Eltern nimmt, ist nicht nur förderlich für das Unternehmensimage, sondern auch für das Geschäft selbst. Steffen Zoller, Geschäftsführer der Care.com Europe GmbH, empfiehlt sieben Maßnahmen, die Eltern die Rückkehr in den Job vereinfachen.

 

Als Jennifer Barbin nach dem Mutterschaftsurlaub über ihre Rückkehr ins Berufsleben nachdachte, fragte sie sich, wie sie das alles nur hinbekommen würde. „Meine Personalabteilung war sehr fortschrittlich und schlug vor, die ersten acht Wochen komplett frei zu nehmen und die restlichen Wochen je nach Anforderung zu verteilen“, erinnert sich die Mutter von mittlerweile drei Kindern, Mitbegründerin von proudworkingmom.com und Autorin des Buches Guilt Be Gone!. „Am Ende war alles halb so wild“, ergänzt sie.

In den USA sind Neueltern stark auf die Zusammenarbeit mit ihren Personalentscheidern angewiesen. In Deutschland setzen Mutterschaftsurlaub, Elternzeit, Elterngeld & Co. bereits einen eindeutigen rechtlichen Rahmen. Dennoch kann die Personalabteilung mehr tun, um die Rückkehr der Mütter und Väter in das Arbeitsverhältnis zu vereinfachen. Eine Unternehmenskultur aufzubauen, die Rücksicht auf Eltern und Familien nimmt, ist nicht nur löblich, sondern auch für das Business förderlich.

 

1. Schauen Sie genau hin

Wie das Beispiel von Jennifer Barbin bereits zeigte, hat nicht jede Mutter oder Vater die gleichen Ansprüche an den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Personalverantwortliche sollten deshalb ihre Mitarbeiter als Individuen begreifen und genau hinschauen, wenn es um persönliche Bedürfnisse geht. Es ist hilfreich, im Unternehmen eine Atmosphäre zu schaffen, in der Aus- und Wiedereinstieg problemlos umgesetzt werden.

2. Seien Sie flexibel

„Flexibilität ist sehr wichtig“, so Ken Pinnock, Mitglied der Expertengruppe Ethik und soziale Verantwortung im Unternehmen der Society for Human Resource Management. „Sie ist der Schlüsselfaktor für die meisten Arbeitnehmer im Entscheidungsprozess für oder gegen ein Unternehmen.“ Seien Sie offen gegenüber Gleitzeit- und Teilzeitlösungen, denn mit diesen Optionen stärken Sie die Zufriedenheit und Produktivität Ihrer Mitarbeiter.

3. Fördern Sie Willkommenskultur

Die Personalabteilung sollte sich gut mit den verantwortlichen Managern abstimmen und den Wiedereinstieg gemeinsam vorbereiten, damit frische Eltern nicht sofort in ein überlastetes Team rutschen, das bereits in Verzug ist. Es ist wichtig, Neueltern ein unbeschwertes Umfeld zu bieten, damit diese erst einmal ihre Prioritäten neu ordnen können. Die Teammitglieder sollten wissen, dass den neuen alten Kollegen in den ersten Wochen eine Eingewöhnungsfrist gewährleistet wird, um Berufsalltag und Familienleben zu koordinieren.

4. Bieten Sie konkrete Hilfe

Angestellten mit Kleinkindern unter die Arme zu greifen, hat große Auswirkungen auf die Mitarbeiterzufriedenheit. Zum Beispiel helfen Betreuungsdienstleistungen enorm, die Work-Life-Balance der Mitarbeiter zu optimieren. Fragen Sie direkt nach, wo Sie die frischen Eltern unterstützen können. Bieten Sie ihnen familienunterstützende Maßnahmen, wie den Zugang zu Kinderbetreuung oder eine Notfallbetreuung, an. In vielen Branchen ist dies bereits gang und gäbe.

5. Fragen Sie nach

Die Rückkehr aus der Elternzeit kann manchmal ein schwieriger Prozess sein: Die Abteilungsleiter wollen nicht zu neugierig wirken und die Angestellten machen sich ständig Gedanken darüber, ob sie nun in bestimmten Schubladen landen und die Elternzeit ihrer Karriere geschadet hat. „Fragen Sie ehrlich nach, wie es Ihren Mitarbeitern geht und wie Sie deren Wiedereinstieg erleichtern können“, empfiehlt Pinnock. Es ist wichtig, dass Sie signalisieren, dass Ihnen das Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter am Herzen liegt.

6. Sehen Sie das Ergebnis, nicht die Stunden

Es geht nicht um das Auszählen von Präsenzstunden, sondern um die Leistung des Mitarbeiters und die erzielten Ergebnisse. Was ist also dabei, wenn jemand ab und an von Zuhause aus arbeitet, solang er seine Vereinbarungen erfüllt und die Kunden zufrieden sind? Einige Aufgaben lassen sich im Home-Office sogar effizienter lösen als im Büro. Wenn die Personalabteilung eng mit Eltern zusammenarbeitet und sie dabei unterstützt, die gesteckten Ziele zu erreichen, ist doch alles bestens, oder?

7. Schaffen Sie Rahmenbedingungen für das Stillen

Frischgebackene Mütter haben im ersten Lebensjahr des Babys vor allem eine Herausforderung: das Stillen. Möchten Sie diesen Müttern mehr Entscheidungsraum bieten, zum Beispiel dass sie einige Monate nach der Geburt in Teilzeit in ihren Job zurückkehren können? Dann richten Sie ihnen einen Raum ein, in dem sie ungestört sind, um sich Zeit für das Milchabpumpen oder Stillen zu nehmen.

 

Hier finden Sie noch weitere Anregungen zu möglichen Arbeitszeitmodellen für Neueltern in Ihrem Unternehmen.

 

 

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Als Gründer und Geschäftsführer der Care.com Europe GmbH (ehemals Besser Betreut GmbH) weiß Steffen, was Unternehmen am Herzen liegt. Steffen berät Personalverantwortliche zu den Themen Work-Life-Balance und Employee Benefits. In seiner Freizeit beweist er sich beim Snowboarden, kocht leidenschaftlich gern und verbringt viel Zeit mit seinem Hund Sunny. Durch seine 120 Mitarbeiter erfährt Steffen immer wieder, wie wichtig ein Ausgleich zwischen Berufsalltag und Freizeit ist. Denn nur zufriedene Angestellte sind gute und auch gewinnbringende Mitarbeiter.

 

 

 


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