Workplace Solutions Blog

Work, Life & Balance in Unternehmen

Betreuungsmöglichkeit Eltern-Kind-Zimmer

 

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in Deutschland weiterhin ein ausbaufähiges Terrain. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) versucht in diesem Kontext, den Ansatz der Partnerschaftlichkeit in die politische Diskussion einzubringen und durch Maßnahmen, wie die Einführung des ElterngeldPlus, eine ausgeglichenere Verteilung zwischen den Eltern herzustellen, um vor allem Frauen in der Care-Arbeit zu entlasten und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Elternteile zu ermöglichen. Doch nicht nur auf politischer Ebene finden Bemühungen statt, Eltern ein flexibleres Arbeiten zu ermöglichen: Neben der Geburt von Geschäftmodellen wie Co-Working Spaces (z.B. Co-Working-Toddler), die u.a. für Selbstständige ein Büro mit einer professionellen Kinderbetreuung innerhalb eines Gebäudes vereinen, kommen auch viele Unternehmen ihren Angestellten stärker entgegen. Angebotene Benefits, wie das Arbeiten aus dem Home Office oder die flexible Gestaltung von Arbeitszeiten, wirken sich eher indirekt auf die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus, während sich z.B. die Einrichtung eines Eltern-Kind-Zimmers direkt an angestellte Eltern richtet.

 

Vor- und Nachteile des Eltern-Kind-Zimmers

 

Das Eltern-Kind-Zimmer bietet eine kurzfristige, vorübergehende Hilfe in einem Betreuungsnotfall und ist nicht als Option zur regelmäßigen Betreuung vorgesehen. Kommen Arbeiternehmer aber in die Situation, ad hoc reagieren zu müssen, um ihre Arbeit und die Betreuung ihres Kindes zu kombinieren, wie z.B. bei einem plötzlichen Kita-Streik, stellt das Eltern-Kind-Zimmer eine komfortable Möglichkeit dar. Es hat einen gravierenden Vorzug gegenüber der Variante, das Kind mit in ein Großraumbüro zu nehmen, da die Eltern entspannter arbeiten können, während sich das Kind in selbstbestimmter Lautstärke mit dem Inventar des Eltern-Kind-Zimmers vergnügen kann.

 

Etwas aufwendig ist die Einrichtung eines solchen Rückzugsortes für Eltern und ihre Kinder nur für den Arbeitgeber, da die Räumlichkeiten vorhanden sein bzw. geschaffen werden müssen. Mit der Ausstattung des Raumes ist natürlich auch ein finanzieller Aufwand verbunden. Zudem ist die Frequentierung der Nutzung zunächst ungewiss, weshalb es sich im Vorfeld für Arbeitgeber empfiehlt, ein Meinungsbild innerhalb der Belegschaft abzufragen. Dass das Eltern-Kind-Zimmer nur als Notfalllösung funktioniert, unterstreicht auch die fehlende zusätzliche Betreuungsperson. Je nach Alter und Charakter können sich Kinder zwar für einen bestimmten Zeitraum eigenständig beschäftigen, doch ist das arbeitende Elternteil im Eltern-Kind-Zimmer erster und einziger Ansprechpartner, was die Kontinuität im Arbeitsfluss beeinflusst. Generell wirken sich solch unterstützende Maßnahmen seitens des Arbeitgebers aber positiv auf die Motivation ihrer Mitarbeiter aus und helfen dabei, die Fehlzeiten ihrer Angestellten zu minimieren.

 

Diverse staatliche Universitäten, wie die Freie Universität Berlin oder die Uni Potsdam, ermöglichen ihren Studierenden die Nutzung von Eltern-Kind-Zimmern, wobei die Georg-August-Universität Göttingen zudem einen Leitfaden auf ihrer Homepage zur Verfügung stellt, welcher die Begebenheiten und das Inventar eines solchen Zimmers beschreibt. Dabei aufgeführt sind sowohl Aspekte wie die leichte Zugänglichkeit zu den Räumlichkeiten, die hygienischen und sanitären Anforderungen als auch die Art der Ausstattung in Form von Schreibtischen, Wickeltischen, Spielteppichen etc.

 

Interdependenz der familienfreundlichen Angebote

 

Gerade auf betrieblicher Ebene ist eine Verschränkung der indirekten und direkten Angebote, die als langfristige und kurzfristige Lösungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgelegt sind, notwendig, um Arbeitnehmer nachhaltig zu entlasten und ihnen auch in Notsituationen Handlungsspielraum zu bieten. Familiennahe Dienstleistungen, die über das Unternehmen angeboten werden, ermöglichen z.B. eine individuelle Abdeckung von Kinderbetreuungsangeboten für die Notbetreuung, als auch die reguläre Betreuung durch einen Babysitter in den Nachmittags- und Abendstunden.

 

 

Steffen_Zoller_Portrait_smaller
Als Geschäftsführerin der Care.com Europe GmbH weiß Laura Esnaola ganz genau, was Unternehmen am Herzen liegt. Sie berät Personalverantwortliche zu den Themen Vereinbarkeit, Work-Life-Balance und Employee Benefits. Esnaola wuchs dreisprachig auf, arbeitete und lebte bereits in über 20 Ländern, darunter die USA, Spanien, Argentinien und China. Auf diese Weise lernte sie verschiedenste Unternehmenskulturen und Führungsstile kennen. Durch ihre über 100 Mitarbeiter erfährt Esnaola jeden Tag aufs Neue, wie wichtig ein Ausgleich zwischen Berufsalltag, Privatleben und Freizeit ist. Denn nur zufriedene Angestellte sind gute und auch gewinnbringende Mitarbeiter.

 

 

 


Wir helfen Ihnen gern weiter. Kontaktieren Sie uns jetzt!