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Work, Life & Balance in Unternehmen

Die Generation 50Plus – die allzu oft vergessenen Leistungsträger

Mitarbeiter der Generation 50Plus sind häufig krank und nicht mehr belastbar. Steffen Zoller, Geschäftsführer der Care.com Europe GmbH, nennt vier Gründe, warum Sie NICHT auf diese Vorurteile hören sollten und stellt Ansätze vor, um die Motivation der erfahrenen Kollegen langfristig hoch zu halten.

 

 

Geringachtung der älteren Kollegen

Die geburtenstarken Jahrgänge der 80er – auch als Generation Y bekannt – haben den Arbeitsmarkt derzeit fest im Griff. Die Young Professionals werden von Unternehmen sehr geschätzt, da sie willensstark sind und viel Engagement zeigen. Viele Personalabteilungen konzentrieren sich auf sie und ihre Bedürfnisse. Unternehmen errichten Betriebskitas oder bieten jungen Familien Teilzeitlösungen an. Dabei bleibt eine ganz besondere Gruppe teilweise unbeachtet – die Generation 50Plus. Ich sehe es als betriebswirtschaftlichen Nachteil für viele Unternehmen, diese Gruppe außen vor zu lassen und erkläre Ihnen gern weshalb:

 

  1. Sie sind die Experten
    Die meisten Mitarbeiter 50Plus verfügen über Fachwissen und Projekterfahrung. Sie kennen das Unternehmen: Daher zählen Problemlösung und Prozesswissen zu ihren Stärken.
  2. Sie sind fast immer da
    Während die Sandwich-Generation Kinderbetreuung und Pflege der Angehörigen unter einen Hut bekommen muss, ist zumindest die Betreuung der eigenen Kinder bei den meisten Silver Surfern kein Thema mehr.
  3. Sie teilen Wissen
    Von wem lernt man besser als von den Erfahrenen? Die Generation Gold ist bereit, ihr Know-how an die Jugend weiterzugeben, bevor sie in Rente geht. Die Jüngeren können davon nur profitieren, wenn sich beide Generationen aufeinander einlassen.
  4. Sie sind gelassen
    Sie haben schon viele Besprechungen abgehalten und nicht selten auch schon private und berufliche Krisen durchgestanden. Ihr Gespür für mögliche Konsequenzen lässt sie häufig auch in Stressphasen besonnen reagieren.

 

Es gibt noch viele weitere Argumente, die an dieser Stelle Erwähnung finden müssten, etwa die Erfahrung im Umgang mit Menschen, das langjährig gepflegte Netzwerke, die Disziplin oder das Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Unternehmen. Viel lieber möchte ich jedoch darauf eingehen, wie Unternehmen sich auf diese Generation und ihre neuen Bedürfnisse einstellen können.

 

Schaffen Sie Angebote für die Erfahrenen

Besonders in Branchen, die besonders vom Fachkräftemangel betroffen sind, ist in ein Umdenken zu beobachten: Angestellte verfrüht in den Vorruhestand gehen oder mit der Altersteilzeit in ein neues Verantwortungsgebiet wechseln zu lassen, ist nur noch selten die erste Wahl. Es gibt spezielle Angebote für Mitarbeiter 50Plus, mit denen Sie die Motivation hoch halten und die Leistungsfähigkeit bewahren können.

Für Mitarbeiter 50plus sind Weiterbildungsangebote ein wesentlicher Bestandteil. Niemand lernt aus und schließlich liegen oft noch zehn oder mehr Jahre Arbeit vor ihnen. Vorhandenes Wissen und Lernverhalten der Generation unterscheiden sich drastisch. Daher führen gemeinsame Kurse nur selten zum Erfolg. Bieten Sie stattdessen spezielle Kurse nur für erfahrene Kollegen, um zum Beispiel neues Theoriewissen oder auch technisches Know-how zu vermitteln.

Neben der Weiterbildung zählen auch gemeinsame Projekte mit Young Professionals zu geeigneten Maßnahmen. Diese sind insbesondere für den Wissenstransfer wichtig. Firmen sollten altersgemischte Teams zusammenstellen und an gemeinsamen Projekten arbeiten lassen. Die Tandems zwischen Erfahrungsträgern und Berufsanfängern sind eine ideale Form der kollegialen Zusammenarbeit und erhöhen zudem den gegenseitigen Respekt.

Mit zunehmendem Alter werden die Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagement bedeutender. Präventionskurse, Sozialberatung, Belastungs- und arbeitsergonomische Arbeitsplatzanalysen: Die Auswahl an Maßnahmen ist groß und von Branche zu Branche eignen sich unterschiedliche Kombinationen, um die erfahrenen Kollegen im Arbeitsalltag zu entlasten. Wichtig erscheint hierbei vor allem die Kommunikation. Präventionsmaßnahmen werden oft als Zeitfresser wahrgenommen, sie können jedoch wertvoll sein, wenn sie den Ausfall von Kollegen verhindern bzw. deren Belastung dauerhaft verringern.

Denken Sie voraus, fühlen Sie mit

Stellen Sie sich darauf ein, dass Mitarbeiter 50plus einen Teilzeitwunsch entwickeln. Schaffen Sie Möglichkeiten dafür – gegebenenfalls kann auch ein Jobsharing mit jüngeren Kollegen die Lösung sein. Am wichtigsten ist es jedoch, die erfahrenen Kollegen im Unternehmen zu halten und so von ihrer Expertise zu profitieren. Neue Aufgaben und Angebote dürfen von älteren Kollegen jedoch nicht als Degradierung empfunden werden, sie sollen die Motivation hoch und das Wissen erhalten. Gelingt es, generationenübergreifend Respekt und Anerkennung aufzubauen, werden Mitarbeiter aller Altersstufen davon profitieren. Daher gilt: Wer bei den erfahrenen Kollegen spart, schadet auch den jungen und damit sich selbst.

 

 

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Als Gründer und Geschäftsführer der Care.com Europe GmbH (ehemals Besser Betreut GmbH) weiß Steffen, was Unternehmen am Herzen liegt. Steffen berät Personalverantwortliche zu den Themen Work-Life-Balance und Employee Benefits. In seiner Freizeit beweist er sich beim Snowboarden, kocht leidenschaftlich gern und verbringt viel Zeit mit seinem Hund Sunny. Durch seine 120 Mitarbeiter erfährt Steffen immer wieder, wie wichtig ein Ausgleich zwischen Berufsalltag und Freizeit ist. Denn nur zufriedene Angestellte sind gute und auch gewinnbringende Mitarbeiter.

 

 

 


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