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Work, Life & Balance in Unternehmen

Führungsposition und Familie? (Teil 1)

„Ein klares Ja – nehmen Sie Abschied von der verstaubten Vorstellung des immer präsenten Abteilungschefs, der bis in die Abendstunden in seinem Büro sitzt, und helfen Sie stattdessen Ihren Mitarbeitern, Berufsalltag und Familienleben besser unter einen Hut zu kriegen!“, meint Steffen Zoller, Geschäftsführer der Care.com Europe GmbH, erläutert Ihnen warum und zeigt Ihnen im zweiten Schritt wie.

 

 

Steigende Nachfrage nach Führungskräften

Wir steuern auf einen immer größeren Fachkräftemangel zu und werden infolge des demographischen Wandels zukünftig immer mehr Mütter, Väter und Arbeitskräfte mit pflegebedürftigen Angehörigen unter unseren Mitarbeitern haben. Mehr ältere Menschen und weniger Kinder bedeuten zudem, dass immer mehr potenzielle Arbeitnehmer verloren gehen – und dies natürlich auch in der Führungsebene. Viele Unternehmen befinden sich schon jetzt im harten Wettbewerb um die besten Führungskräfte und erachten eine familienbewusste Personalpolitik als wichtigen Baustein.

 

Alte Leitbilder ersetzen

Noch halten sich jedoch hartnäckig antiquierte Leitbilder von Führungskräften. Viele Geschäftsführer erwarten, dass die Führungsriege dem Unternehmen vollständig und auch über die festgelegten Arbeitszeiten hinaus zur Verfügung steht und deuten dies als besonders engagiert und unternehmensverbunden. Speziell im Top-Management dominiert das Bild der männlichen und unteilbaren Führungskraft, die für ihre Karriere gern auf Privatleben verzichtet. Grundsätzlich besteht ein sehr hoher Arbeits- und Flexibilitätsanspruch an Führungskräfte.

 

Aber es geht auch anders! Ein Umdenken ist hier gefragt. Familiäre Bedürfnisse erfordern heute auch eine gewisse Flexibilität der Unternehmen und eine Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Möglichkeiten, die es früher nicht gab, zum Beispiel Abteilungsleiter in Teilzeit, Home-Office-Regelungen oder sogar Jobsharing. Bei Letzterem würden mehrere Personen die Verantwortung für einen Bereich oder eine Aufgabe übernehmen, was im Fall von Krankheit, Urlaub oder unvorhersehbaren Ereignissen klare Vorteile hat. Und ein mehrseitiger Blick auf eine Problemstellung führt zweifelsohne zu besseren und kreativeren Lösungen. Die Mitarbeiter würden sich durch Ihre Unterstützung geschätzt fühlen, was nur zu einer höheren Motivation und noch mehr Engagement für ihren Verantwortungsbereich führen kann. Und seien wir doch ehrlich, der Stand der Technik ermöglicht es uns schon lange, ortsunabhängig und auch außerhalb der Bürozeiten zu arbeiten, zu kommunizieren und gegebenenfalls erreichbar zu sein. Nehmen Sie Abstand von der Anwesenheitskultur und schauen Sie bei Ihren Führungskräften genauer hin, wo ein Wunsch nach mehr Zeit für die Familie bestehen könnte.

 

Flexible Arbeitsmodelle für Manager mit Familie

Wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, denken viele sofort an Mütter und Kinder. Doch das Thema deckt viel mehr als nur Kinderbetreuung ab, z.B. auch die Pflege Angehöriger oder das steigende Interesse von Männern, sich mehr in die Familie einzubringen und z.B. dank ElterngeldPlus einen größeren Teil der Elternzeit zu übernehmen.

 

Es muss ja auch nicht gleich Social Freezing sein, wie bei Apple und Facebook. Es gibt viele Möglichkeiten, Ihre Mitarbeiter in Führungspositionen bei der Koordination von Joballtag und Familie zu unterstützen. Ziehen Sie z.B. moderne Arbeitszeitmodelle in Erwägung: Gewähren Sie Ihren Führungskräften eine erste Flexibilität durch die Einführung von Gleit- und Kernarbeitszeiten. Sprechen Sie Ihre Mitarbeiter an, ob Sie Interesse an Home-Office-Lösungen haben. Viele Angestellte und gerade auch Führungskräfte schätzen den damit verbundenen Wegfall der Arbeitswege und nutzen die häusliche Ruhe, um sich auf liegengebliebene Arbeiten zu konzentrieren. Bieten Sie Ihren Managern die Möglichkeit einer vollzeitnahen Teilzeit an. Mit 35 Wochenstunden lassen sich viele Verantwortungsbereiche genauso gut steuern wie in Vollzeit. Ein neuer Trend entwickelt sich momentan in Richtung Jobsharing, wobei zwei in Teilzeit arbeitende Kollegen die Leitung ein und desselben Verantwortungsbereiches übernehmen.

 

Unterstützung über die tägliche Arbeitszeit hinaus

Weitere unterstützende Maßnahmen können flexible Jahresarbeitszeitkonten, besondere Rücksicht auf Familiengegebenheiten bei der Urlaubsplanung, Ermutigung zur und Begleiten der Elternzeit (auch bei Männern), eine schnelle Wiedereingliederung nach Auszeiten, Kurse in Zeitmanagement, eine betriebliche Sozial- und Pflegeberatung oder auch das Vermitteln von Haushaltshilfen sein. Bei Managern mit jungen Familien sollte ein Hauptaugenmerk auch auf der Unterstützung bei der Kinderbetreuung liegen, die je nach Unternehmensgröße von der Vermittlung von Babysittern über die Organisation von Ferienprogrammen für die Kinder der Mitarbeiter bis hin zur Einrichtung einer betrieblichen Kindertagesstätte reichen kann.

 

Fortsetzung folgt…

 

 

Steffen_Zoller_Portrait_smaller
Als Gründer und Geschäftsführer der Care.com Europe GmbH (ehemals Besser Betreut GmbH) weiß Steffen, was Unternehmen am Herzen liegt. Steffen berät Personalverantwortliche zu den Themen Work-Life-Balance und Employee Benefits. In seiner Freizeit beweist er sich beim Snowboarden, kocht leidenschaftlich gern und verbringt viel Zeit mit seinem Hund Sunny. Durch seine 120 Mitarbeiter erfährt Steffen immer wieder, wie wichtig ein Ausgleich zwischen Berufsalltag und Freizeit ist. Denn nur zufriedene Angestellte sind gute und auch gewinnbringende Mitarbeiter.

 

 

 


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