Workplace Solutions Blog

Work, Life & Balance in Unternehmen

Haushaltsnahe Dienstleistungen auf dem Vormarsch

 

Auch in deutschen Unternehmen wird es immer üblicher, Mitarbeitern im Rahmen des betrieblichen Work-Life-Managements haushaltsnahe Dienstleistungen als Benefit anzubieten. Das Kompetenzzentrum „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen beschäftigt sich mit genau diesem Thema, beobachtet Trends und hat sich zur Aufgabe gemacht, diesen Verantwortungsbereich der Personaler zu professionalisieren. Kürzlich veröffentlichte das Kompetenzzentrum dazu die Broschüre „Perspektiven für haushaltsnahe Dienstleistungen“ und zeigt darin die Entwicklungsmöglichkeiten familienunterstützender Services als HR-Instrument auf. Steffen Zoller, Geschäftsführer der Care.com Europe GmbH, fasst diese für eine demographiesensible Personalstrategie wichtigen Erkenntnisse zusammen.


Eine von der forsa und Betreut.de/Care.com Europe unter Eltern durchgeführte Studie zum Thema Familienglück zeigte, dass sich eine hohe berufliche Belastung stark auf den Familienalltag auswirkt. So empfinden 58 Prozent der Väter und 44 Prozent der Mütter den Berufsalltag als große Herausforderung für das Familienglück – für 27 Prozent der Väter und 18 Prozent der Mütter ist es sogar die Nummer eins unter den Störfaktoren. Des Weiteren sehen über 50 Prozent der Eltern in der Erledigung alltäglich anfallender Aufgaben eine weitere große Last. Im Hinblick auf den wachsenden Fachkräftemangel und andere Folgen des demographischen Wandels gilt es hier für Arbeitgeber anzusetzen und zu erfragen, wie sie ihre Angestellten mit Kindern entlasten können. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten der Entlastung – von flexiblen Arbeitszeiten und –orten über den Vorrang bei der Urlaubsplanung bis hin zur Vermittlung und auch Finanzierung haushaltsnaher Dienstleistungen. Letztere gewinnen, vor allem im Rahmen einer demographieorientierten Personalstrategie, immer weiter an Bedeutung.

 

Studie zu Familienglück_ Care.com/forsa

 

Auch das Kompetenzzentrum „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen“ kommt zu diesem Ergebnis: Aufgrund der mangelnden Infrastruktur in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland werden Zusatzleistungen für Familien für viele Unternehmen von Belang bleiben. Aber: Angesichts des demografischen Wandels, der verlängerten Lebensarbeitszeit sowie internationaler Fachkräftekonkurrenz wird sich die Nützlichkeit haushaltsnaher Dienstleistungen auch auf andere Mitarbeitergruppen ausweiten. Unternehmen müssen folglich zukünftig allen Mitarbeitern Zugang zu diesen Services anbieten, um die Employability zu erhalten. Nicht Mütter und Väter allein, sondern auch ältere Mitarbeiter, ausländische Fachkräfte ohne heimisches Netzwerk und pflegende Mitarbeitende werden vermehrt auf haushaltsnahe Dienstleistungen zurückgreifen, um sich so eine zeitliche Entlastung zu gönnen. Insbesondere der Bedarf an Unterstützungsangeboten im Bereich Pflege wird auf Seiten der Sandwich-Generation gefragter denn je sein.

 

Das Kompetenzzentrum konnte zudem belegen, dass die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen stark vom Faktor Gehalt abhängt und vorrangig Mitarbeiter der mittleren und höheren Gehaltsklassen davon Gebrauch machen. Denn in der Regel übernehmen Unternehmen bisher lediglich die Kosten für Beratungen und die Vermittlung der externen Dienstleistungen. „Aus Sicht der Unternehmen [sind] bei wachsendem Bedarf ihrer Mitarbeitenden staatliche Preissubventionen von Interesse, um eine gleichberechtigte Nutzung für alle Mitarbeitenden zu gewährleisten. Das gilt verstärkt, wenn zukünftig auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen Arbeitgeberattraktivität im Personalmarketing an Bedeutung gewinnt und haushaltsnahe Dienstleistungen auch in ihrem Benefit-Portfolio selbstverständlich werden“, schlussfolgert das Kompetenzzentrum „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen“. Des Weiteren müssen die Qualifizierung und Professionalisierung der Anbieter bzw. Fachkräfte im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen zukünftig gefördert werden, da Unternehmen dort sonst an ihre Grenzen stoßen werden. Laut Kompetenzzentrum sei es notwendig, „vorhandene Beschäftigungspotenziale zu aktivieren und zu qualifizieren, transparente Vermittlungsstrukturen aufzubauen und bezahlbare Preise zu ermöglichen, um eine tragfähige und nachhaltige Marktentwicklung zu gewährleisten“.

 

Die Broschüre „Perspektiven für haushaltsnahe Dienstleistungen“ widmet sich neben der Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen den Themen menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte (ILO-Übereinkommen 189 und dessen Umsetzung), Gleichstellung und beschäftigungspolitische Perspektiven haushalts- und personennaher Dienstleistungen sowie Bedarfe und strategischer Nutzen aus Sicht von Unternehmen. Ein Blick in die Broschüre lohnt sich für alle Arbeitgeber und Personalverantwortliche!

 

Direktlink zur Broschüre: Perspektiven für haushaltsnahe Dienstleistungen

 

 

 

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Als Gründer und Geschäftsführer der Care.com Europe GmbH (ehemals Besser Betreut GmbH) weiß Steffen, was Unternehmen am Herzen liegt. Steffen berät Personalverantwortliche zu den Themen Work-Life-Balance und Employee Benefits. In seiner Freizeit beweist er sich beim Snowboarden, kocht leidenschaftlich gern und verbringt viel Zeit mit seinem Hund Sunny. Durch seine 100 Mitarbeiter erfährt Steffen immer wieder, wie wichtig ein Ausgleich zwischen Berufsalltag und Freizeit ist. Denn nur zufriedene Angestellte sind gute und auch gewinnbringende Mitarbeiter.

 

 

 

Kommentare
  1. Johannes Schröter sagt:

    super Beitrag 🙂


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