Workplace Solutions Blog

Work, Life & Balance in Unternehmen

Ist eine Work-Life-Balance überhaupt noch möglich?

Steffen Zoller, Gründer und Geschäftsführer der Care.com Europe GmbH, über das Verschwimmen von Job und Privatleben und unsere Suche nach einer Work-Life-Balance

 

 

Irgendwo in unserer Evolution – zwischen Schreibmaschinen und Smartphones – haben wir offensichtlich unsere Work-Life-Balance verloren und stolperten über die Idee der Work-Life-Integration. Der blitzschnelle technische Fortschritt mündete in permanenter Erreichbarkeit, freien Mitarbeitern und multinationalen Unternehmen. Klar, unsere Welt schrumpfte, aber unsere Arbeitstage wurden irgendwie endlos – gekrönt von Videochats, E-Mails spät in der Nacht und Kurznachrichten während des Fußballturniers unserer Kinder.

Unser Arbeitsleben, ebenso wie der normale Alltag, hat sich in rasendem Tempo verändert. Und nun sind beide miteinander verwoben: Mit derselben Technologie können wir einen Arzttermin vereinbaren, Lebensmittel einkaufen oder einen Hundesitter buchen – ohne auch nur unseren Schreibtisch zu verlassen. Und wir beeilen uns ständig, um noch mehr zu schaffen und weitere Häkchen auf unseren To-Do-Listen setzen zu können. Wir arbeiten von Zuhause aus und wir wohnen im Büro. Ein Burnout ist da quasi vorprogrammiert…

Stress, Überstunden und damit verbundene gesundheitliche Probleme – einige Arbeitnehmer kollabieren beinah aufgrund der hohen Überbelastung. Doch Themen wie Wellness und Vereinbarkeit von Beruf und Familie kehren allmählich wieder auf die Agenda zurück: Das Pendel schwingt in die andere Richtung, wenn nicht sogar zurück zur Work-Life-Balance oder zumindest zu einer modernen Form davon. Auch Zukunftsforscher Matthias Horx machte sich Gedanken zur Entwicklung unserer Arbeitswelt und veröffentlichte einen interessanten Abriss dazu.

Erfreulicherweise konnten wir in den letzten Jahren erleben, dass selbst Väter aus Vorstandsebenen kürzer traten, um mehr Zeit mit ihren Familien zu verbringen. Ebenso gab es firmeninterne Aufrufe, nach der offiziellen Arbeitszeit keine E-Mails mehr zu schreiben. Stellen Sie sich eine Welt vor, in der Ihr Chef Ihnen nicht mehr nach 20 Uhr eine E-Mail schickt und eigentlich noch am selben Tag eine Antwort erwartet. Oder einen entspannten Sonntagnachmittag, an dem der einzige Grund, auf das Handy zu schauen, der Anruf eines guten Freundes ist. Kann eine solche Welt überhaupt noch existieren?

Mitte des letzten Jahres forderte unsere Arbeitsministerin Andrea Nahles eine Anti-Stress-Verordnung, mit der unter anderem das E-Mail-Schreiben nach Büroschluss verboten sei – eine bereits gängige Praxis bei den Konzernen Volkswagen und BMW. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, den Stress in Unternehmen zu reduzieren. Beliebt sind zum Beispiel Gleitzeit, familienunterstützende Leistungen oder Inhouse-Sport- und Entspannungsprogramme. „Massagefreitag“, „gesunde Snacks” und „Schreibtisch-Yoga“ müssen keine leeren Worthülsen bleiben – sie sind Teil einer Unternehmenskultur, die versucht, das Stresslevel zu mindern und zu einem ausgewogenen Verhältnis von Arbeit und Privatleben zurückzukehren.

 

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Als Gründer und Geschäftsführer der Care.com Europe GmbH (ehemals Besser Betreut GmbH) weiß Steffen, was Unternehmen am Herzen liegt. Steffen berät Personalverantwortliche zu den Themen Work-Life-Balance und Employee Benefits. In seiner Freizeit beweist er sich beim Snowboarden, kocht leidenschaftlich gern und verbringt viel Zeit mit seinem Hund Sunny. Durch seine 120 Mitarbeiter erfährt Steffen immer wieder, wie wichtig ein Ausgleich zwischen Berufsalltag und Freizeit ist. Denn nur zufriedene Angestellte sind gute und auch gewinnbringende Mitarbeiter.

 


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