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Work, Life & Balance in Unternehmen

Jobsharing als neuer effektiver Weg

 

Jobsharing ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem sich zwei oder mehr Arbeitnehmer einen Vollzeitarbeitsplatz und die damit einhergehenden Aufgaben teilen. Jobsharer tragen gemeinsam die Verantwortung für das Erreichen der gesetzten Ziele und gelten für Vorgesetzte quasi als eine Person. Jobsharing ist eine wunderbare Möglichkeit, Mitarbeiter bei der Erfüllung privater Verpflichtungen zu unterstützen und sie dabei langfristig an das Unternehmen zu binden. Jedoch sind viele Arbeitgeber noch immer skeptisch gegenüber diesem Arbeitsmodell eingestellt. Marion Hellebrandt, Mitarbeiterin der Online-Plattform für Jobsharing Tandemploy, erläutert Ihnen die Vorteile von Jobsharing und zeigt, wie Sie dadurch zum Beispiel die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern können.



40-Stunden-Woche funktioniert nicht in jeder Lebensphase

Arbeitnehmer fordern zunehmend einen Job, der zu ihrer Lebenssituation passt. Eine 40-Stunden-Woche ist nicht in jeder Phase ihres Lebens realisierbar – und die Gründe dafür sind vielfältig. Ob Zeit für die Familie, die Pflege Angehöriger, ehrenamtliches Engagement oder persönliche Interessen, viele Menschen möchten ihr Leben nicht allein nach ihrem Arbeitsplatz ausrichten. Auf diese Bedürfnisse müssen Arbeitgeber – vor allem in Hinblick auf die Zukunft – reagieren.

 

Unternehmen müssen flexibler werden

Viele Unternehmen sind derzeit noch zu wenig darum bemüht, ihre guten Mitarbeiter zu halten. Anstatt auf die individuelle Lebensphase der Arbeitnehmer einzugehen und ihnen ein passendes Arbeitsangebot zu machen, lassen sie diese gehen. Dabei sprechen Studien für sich: Im Jahr 2030 rechnet die Boston Consulting Group mit einem Fachkräftemangel von 7,7 Millionen Menschen in Deutschland. Zudem belegt eine Studie mit einer Stichprobe von mehr als 30.000 Studierenden, dass 55% der Hochschulabsolventen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als essenziell erachten und ihre Jobwahl wesentlich davon abhängt. Die Konsequenz ist eindeutig: Neue Arbeitsmodelle müssen her und auch praktiziert werden. Jobsharing liefert hier einen zukunftsorientierten Lösungsansatz und macht dabei zwei oder noch mehr Menschen glücklich im Job.

 

Jobsharing rechnet sich

Die Vorteile von Jobsharing liegen nicht nur auf Seiten der Arbeitnehmer – auch Arbeitgeber profitieren von diesem Arbeitsmodell. Insbesondere Stellen mit einem hohen Qualifikationsniveau erfordern häufig eine große Aufgabenvielfalt, die in den meisten Fällen nur schwer von einer Person erfüllbar ist. Zwei Personen hingegen übertreffen meist die gewünschten Anforderungen und das Unternehmen erhält geballte, da doppelte, Kompetenz auf einer Stelle. Zudem ist wissenschaftlich erwiesen, dass Teilzeitangestellte produktiver sind als Vollzeitbeschäftigte. Dies bedeutet, dass Unternehmen durch die Einstellung von Tandems eine 100%-Besetzung der Position gewährleisten, jedoch mit einer Produktivität von ca. 150% rechnen können. Hinzu kommt die Kostenersparnis: Ist eine Jobposition mit zwei Menschen besetzt, ist im Fall der Fälle die perfekte Krankheits- oder Urlaubsvertretung gleich zur Stelle. Das gern genutzte Gegenargument der höheren Sozialabgaben bei zwei Angestellten wiegt nur gering, da es hier auf die Beitragsbemessungsgrenzen ankommt. Wie sich diese zusammensetzen und und weshalb sie kein Nachteil beim Jobsharing sind, erfahren Sie im Detail im Blog zweiteilen.de.

 

Durch Jobsharing werden Vollzeitstellen teilzeittauglich

Klassische Teilzeitarbeit stößt oft an ihre Grenzen, wenn sich die Aufgabenvielfalt und Komplexität des Jobs erhöht. Immer dann, wenn Stellen sich nicht so einfach in zwei Teilzeitjobs oder zwei voneinander losgelöste Bereiche aufsplitten lassen, kommt die Möglichkeit des Jobsharing ins Spiel. Durch die enge Teamarbeit und gemeinsame Verantwortung bei diesem Arbeitsmodell werden Stellen flexibel, die es bis dato nicht waren – selbst bis in Managementebenen und die höheren Führungsetagen hinein. Die prozentuale Aufteilung der Stellen ist dabei ganz individuell gestaltbar: Von 50/50- über 70/30- bis hin zu 60/60-Konstellationen ist jede Stellenaufteilung denkbar und in der Praxis auch bereits mit vielen funktionierenden Beispielen belegt. Entscheidend bei dieser Art der Arbeitsorganisation ist, dass die Jobsharer gemeinsam die Verantwortung tragen, die gesetzten Ziele zu erreichen, und sich zudem untereinander bestens organisieren können.

Aus rechtlicher Sicht ist Jobsharing schon lange in Deutschland geregelt: Bereits seit den 1980er Jahren ist das Arbeitsmodell im § 13 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) zur „Arbeitsplatzteilung“ formuliert. Auch die Arbeitsverträge müssen nicht unnötig komplex sein, da jeder der Jobsharer einen ganz normalen Teilzeitvertrag erhält. Vereinbarungen zur Urlaubs- und Krankheitsvertretung können individuell in einem Dachvertrag geregelt werden.

 

Jobsharing: Alles in allem eine gute Wahl

Die Zeit ist reif für die Flexibilisierung unserer Arbeitswelt! Bereits 15% der deutschen Unternehmen bieten heute Jobsharing an und 100% der Unternehmen, die Jobsharing ausprobiert haben, bleiben auch dabei. Eine starke Zahl, die zeigt, dass das Arbeitsmodell ein guter Ansatz für jetzt und die Zukunft ist, der konkrete und gleichzeitig pragmatische Lösungen für viele Herausforderungen unserer Zeit bietet, zum Beispiel für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mit Jobsharing können beispielsweise frischgebackene Eltern viel einfacher die Elternzeit gestalten und ins Berufsleben zurückkehren, und pflegebedürftige Angehörige können leichter von werktätigen Familienmitgliedern umsorgt werden.

Weitere interessante Fakten zum Thema Jobsharing bietet die Webseite von Tandemploy sowie der Jobsharing-Blog zweiteilen.de.

 

 

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„Arbeit, die zum Leben passt“, ist Marion Hellebrandt wichtig. Seit September 2015 verstärkt sie das Tandemploy-Team und verfasst unter anderem Beiträge für den Blog zweiteilen.de. In ihrem wirtschaftspsychologischen Masterstudium beschäftigte sich Marion Hellebrandt mit den Menschen, die Wirtschaft machen. Fragen, wie ihre Motivation, Leistung und Produktivität gesteigert werden können, standen häufig zur Diskussion. Marion ist überzeugt davon, dass Jobsharing einen starken Einfluss auf produktivere und effizientere Arbeit hat. Sie möchte sich für etwas einsetzen, das der Gesellschaft einen Mehrwert bringt. Und das Jobsharing-Arbeitsmodell tut genau dies – sowohl auf Seiten der Mitarbeiter, als auch der Unternehmen.


 

 

 


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